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Mitarbeiterinnen vom Team der Krankenkasse Luzerner Hinterland überreichen den GV-Gästen den Jahresbericht

121. Generalversammlung

Krankenkasse Luzerner Hinterland wird digitaler

 

444 Versicherte besuchten am Montag 22. Juni 2026 die GV der Krankenkasse Luzerner Hinterland (KKLH) in Zell. Sie genehmigten die positive Rechnung 2025.

 

Schwarze Zahlen, solides Eigenkapital, stabile Mitgliederzahlen, beständiges Team. Nur gut 30 Minuten dauerte am vergangenen Montagabend der offizielle Teil der 121. Generalversammlung der Krankenkasse Luzerner Hinterland in der Martinshalle Zell. 444 Anwesende genehmigten sämtliche Traktanden einstimmig und ohne Rückfragen. Alles bestens bei der KKLH? «Ja, aber», war von den Verantwortlichen zu hören. Nach wie vor steigen die Kosten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung Jahr für Jahr an. Auch bei der KKLH. Im letzten Jahr musste diese ihre Prämien um durchschnittlich neun Prozent erhöhen. Die Pro-Kopf-Leistungen stiegen jedoch um satte 13,5 Prozent an. Jahr für Jahr erklärt KKLH-Präsident Stefan Wolf die Gründe des Anstiegs mit ähnlichen Schlagworten: medizinisch-technologischer Fortschritt, steigende Medikamentenpreise, zunehmende Beanspruchung der Leistungen sowie die demografische Alterung der Bevölkerung. Es sei ein schwieriges und nur teilweise planbares Umfeld. «Doch wir beschäftigen uns lieber mit jenen Themen, die wir selber in der Hand haben», so Wolf. Damit meint er unter anderem eine sorgfältige Prüfung aller Leistungsabrechnungen, damit die Versicherten keine unberechtigten Rechnungen bezahlen müssen. Ansonsten bleibe die Strategie der Krankenkasse Luzerner Hinterland unverändert: langfristige Stabilität, persönliche Betreuung, regionale Verankerung und effiziente Prozesse. Einmal mehr wurde die KKLH 2025 als effizienteste Krankenkasse mit den schweizweit tiefsten administrativen Kosten ausgezeichnet.

 

Digitaler für die Jungen

Nun will die KKLH digitaler werden. «Die heutigen Jungen sollen sich auch morgen wohlfühlen in unserer Kasse», sagte Stefan Wolf. Geplant ist eine digitale Plattform und App, auf welcher man Rückforderungsbelege einreichen oder Steuerbescheinigungen herunterladen könne. «Doch keine Angst, das persönliche Gespräch gehört nach wie vor zu unserer DNA. Jede versicherte Person entscheidet selber, welche Schritte in der Digitalisierung sie mit uns gehen will», versicherte der KKLH-Präsident.

 

Auf soliden Beinen

KKLH-Geschäftsführer André Müller präsentierte die Zahlen. Die Grundversicherung schliesst das Jahr 2025 mit einem Minus von 933 000 Franken, die Zusatzversicherungen mit einem Plus von 2,3 Millionen Franken. Zusammen mit den Kapitalerträgen weist die Jahresrechnung 2025 einen Gewinn von 1,35 Millionen Franken auf. Das Reservekapital liegt bei 59 Millionen Franken. «Wir stehen auf soliden Beinen», so der Geschäftsführer. Damit das so bleibt, behalten die Verantwortlichen Veränderungen und Trends sorgfältig im Auge. Unter anderem sorge sich der Geschäftsführer um die steigenden Spitexkosten – teilweise verursacht durch fragliche Praktiken von einigen Spitexorganisationen, welche offensiv für Angehörigenpflege werben «und Rechnungen stellen, die wir zum Teil bezweifeln». Die Krankenkasse Luzerner Hinterland unterstütze bessere Regeln, welche in manchen Kantonen bald in die Umsetzungsphase kommen – so auch im Kanton Luzern. An Herausforderungen fehlt es der KKLH auch künftig nicht. André Müller zeigte sich überzeugt, dass es dem Vorstand und seinem 27-köpfigen Team gelingen werde, die Kasse gesund in die Zukunft zu führen.

 

Die Zahlen zum Jahr

Per 1. Januar 2026 haben 24 967 Personen ihre obligatorische Grundversicherung bei der KKLH abgeschlossen. Über 80 Prozent der Versicherten leben im Kanton Luzern. 53 Prozent bezahlten 2025 die tiefste Franchise von 300 Franken, während 32 Prozent die höchste zum Preis von 2500 Franken ausgewählt hatten. Das Hausarztmodell gewann an Bedeutung: 37 Prozent der Versicherten bevorzugten dieses Modell, 42 Prozent das traditionelle Modell und 21 Prozent das Telmed-Modell. Der gesamte Aufwand in der Grundversicherung betrug im vergangenen Jahr knapp 119 Millionen Franken. Davon gingen 41 Prozent an stationäre und ambulante Spitalpflege, 28 Prozent an ambulante Ärzte, knapp sieben Prozent an Pflegeheime und je gut drei Prozent an Physio und Spitex.

 

 

Astrid Bossert Meier (boa.)